Präzise Suche, erfolgreiche Rettung

Ein zerstörtes Wohnhaus, meterhohe Trümmer und die bange Frage, ob sich darunter noch Menschen befinden. Nach einer Explosion in Wien begann für die Einsatzkräfte ein Wettlauf gegen die Zeit.

Während die Feuerwehr den Brand löschte und die Einsatzstelle sicherte, trafen die Rettungshundeteams der Feuerwehr Wien ein. Zu diesem Zeitpunkt war die Schadstelle noch nicht von Einsatzkräften betreten worden. Für die Hunde bedeutete das ein ungestörtes Geruchsfeld – ein entscheidender Vorteil. In Kombination mit der optimalen Ausleuchtung durch die Feuerwehr boten sich so ideale Bedingungen für eine präzise Suche.

Dann kam der Moment, auf den alle hofften.

Als Erster zeigte Rettungshund Arvi, ein Parson Russell Terrier, den Geruch einer verschütteten Person an. Kurz darauf bestätigten die beiden Belgischen Malinois Magnum und Odax unabhängig voneinander exakt dieselbe Stelle. Für die erfahrenen Einsatzkräfte war das die entscheidende Bestätigung. Unter den Trümmern befand sich noch ein Mensch.

Nun übernahm die Schallortungsgruppe der Feuerwehr Wien. Mithilfe einer Stabkamera konnte der 93-jährige Hausbewohner rasch lokalisiert und ein erster Sprechkontakt mit ihm hergestellt werden. Wenig später gelang es den Einsatzkräften, den schwer verletzten Mann lebend aus den Trümmern zu retten.

Dieser Einsatz macht eindrucksvoll deutlich, wie eng Mensch, Hund und Technik im Ernstfall zusammenarbeiten. Rettungshunde nehmen menschlichen Geruch wahr, wenn für das Auge längst nichts mehr zu erkennen ist. Ihre Anzeige weist den Einsatzkräften den entscheidenden Suchbereich aus. Technische Ortungssysteme liefern die Bestätigung und schaffen die Grundlage für die anschließende Rettung. Erst dieses nahtlose Zusammenspiel ermöglicht den Erfolg komplexer Trümmereinsätze.

Hinter diesem Erfolg stehen jahrelange Ausbildung, kontinuierliches Training und höchste Qualitätsstandards. Denn wenn jede Minute zählt, entscheidet die Vorbereitung darüber, ob aus Hoffnung Gewissheit wird.

Autor: Daniela Rupp
Fotos: FW-RH