Wissenswertes über den Rettungshund

Aufgeschlossen, gehorsam & lernfreudig. 

Grundsätzlich kann fast jeder Hund unab­hängig von Rasse zum Rettungshund aus­ge­bil­det werden. Er muss gesund, belastbar, lern­wil­lig, nervenstark und an der Lösung von Aufgaben interessiert sein. Darüber hinaus sollte der Hund von mittlerer Größe sein und über ein nicht zu hohes Ei­gen­ge­wicht ver­fü­gen, da er streckenweise von seinem Hun­de­füh­rer getragen werden muss. 

Rettungshundearbeit ist Teamarbeit. 

Zusammen mit seinem Hundeführer bildet der Ret­tungs­hund ein eng aufeinander ab­ge­stim­mtes Einsatzteam. Gegenseitige Unter­stüt­zung und Vertrauen während der Ausbil­dung und im Einsatzfall sind un­ab­ding­bar in der Rettungshundearbeit. Der Hundeführer muss physisch und psychisch belastbar sein, Ein­füh­lungs­ver­mö­gen in den Hund be­sit­zen, über Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit ver­fü­gen sowie die Kör­per­spra­che des Hundes richtig deuten kön­nen. Sachkenntnis zu den Themen Erste Hilfe Mensch und Hund sowie Ein­satz­lo­gis­tik sind ebenfalls erforder­lich. 

Ausbildung zum Lebensretter. 

Von der Internationalen Rettungshunde Organisation ausgebildete Einsatzteams haben eine mindestens zweijährige in­ten­si­ve Aus­bil­dung hinter sich – sowohl die Hunde als auch ihre Hundeführer. Jung­hun­de beginnen spielerisch mit leichten Such- und Anzeige­übungen, während sich er­fah­re­ne Hunde kom­ple­xen Szenarien in Sachen Nasen- und Gehorsamsarbeit sowie Ge­wandt­heit stellen müssen. Unter Ge­wandt­heit ist die Fä­hig­keit des Hundes zu ver­ste­hen, sich auf schwie­rigem Untergrund, der auch instabil sein kann, ruhig fort­zu­be­we­gen und Hin­der­nis­se ei­gen­stän­dig zu über­win­den. 

600 Trainingsstunden pro Jahr. 

Rettungshundearbeit ist ein zeit­auf­wän­di­ges, aber er­fül­len­des Eh­ren­amt. Durch­schnitt­lich sind in manchen Monaten bis zu 50 Trai­nings­stun­den zu leisten, um den ho­hen Aus­bildungsstand aufrechtzuhalten. Begonnen wird die Aus­bil­dung der Hunde oft schon ab einem Alter von acht Wochen. Die Kosten für die mindestens zweijährige Ausbildung eines einzigen Rettungshundes belaufen sich auf etwa 20.000 Euro.  

Freizeit von Rettungshunden. 

In der Freizeit dürfen die Hunde ganz Hund sein: lange Spaziergänge im Grünen, Löcher in den Sand buddeln, schwimmen oder faul in der Sonne liegen und gar nichts tun. Na­tür­lich werden sie auch in kleinem Maße be­schäf­tigt, das fordern sie auch ein. Aber grund­sätz­lich gilt: Freizeit muss Freizeit bleiben und die Hunde sollen zur Ruhe kom­men können. Ein gesundes Verhältnis von Arbeit und Erholung ist vor allem für Ret­tungs­hun­de sehr wichtig. 

220 Millionen Riechzellen. 

Hunde besitzen etwa die 40-fache Anzahl an Riechzellen im Vergleich zu uns Men­schen und sind somit aufgrund ihres aus­ge­präg­ten Ge­ruchs­sinns unersetzliche Hel­fer bei der Vermisstensuche oder Bergung von ver­schütteten Personen. Mit etwa 220 Millionen Riechzellen kann ein erfahrener Lawinen- oder Trümmersuchhund Personen in mehreren Metern Tiefe orten und an­zei­gen. Ein ausge­bildeter Flächensuchhund kann menschliche Witterung in bis zu 500 Meter Entfernung aus­ma­chen. Er ist damit der modernen Tech­nik und dem Menschen weit überlegen. 

Rasche Hilfe. 

Wenn Unfälle oder Katastrophen passieren und Menschen in Not geraten, sind profes­sionell ausgebildete Ret­tungs­hun­de­teams oftmals die einzige Hoffnung. Meist handelt es sich bei den Einsätzen um Suchaktionen nach Abgängigen – häufig älteren, de­men­ten oder suizidgefährdeten Per­so­nen oder Kin­dern. Während menschliche Such­ein­hei­ten mehrere Stunden benötigen, um ein groß­flächiges Gebiet abzusuchen, braucht der Hund dank seiner feinen Spürnase manchmal nur wenige Minuten bis zum Fund. 

6 Disziplinen, 1 Ziel – Leben retten. 

Wir bilden Rettungshunde in den Disziplinen Fährten-, Flächen-, Lawinen- und Trüm­mer­su­che sowie Was­ser­ret­tung und Man­trai­ling aus. 

365 Tage im Jahr einsatzbereit. 

Unsere 130 Mit­glieds­or­ga­ni­sa­ti­on­en stehen rund um die Uhr 365 Tage im Jahr zur Ver­fü­gung. 

Wohlverdienter Ruhestand. 

Im Alter lässt, wie auch beim Menschen, die Leis­tungs­fä­hig­keit nach und es zeigen sich altersbedingte Ein­schrän­kun­gen. Hier ist der Hundeführer gefragt, den Hund ent­spre­chend seiner altersbedingten und kör­per­li­chen Ver­fas­sung einzusetzen oder ihn aus dem Ein­satz­ge­sche­hen her­aus­zu­neh­men und ihn nur noch im Training dosiert und alters­gerecht ar­bei­ten zu lassen. Wich­tig ist, die Hunde nicht von einem Moment auf den anderen aus der Arbeit zu nehmen. Die Aufgabe als Ret­tungs­hund ist und war stets ihr Leben und sie müssen wie ein Hoch­leis­tungs­sport­ler ab­trai­nie­ren be­zie­hungs­wei­se ihrem Alter ent­sprech­end be­schäf­tigt werden.


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