
Hunde und Elefanten trainieren gemeinsam
Am 16. Dezember fand in Chiang Mai, Thailand, die groß angelegte Einsatzübung "Thailand International Multi-Hazard Search and Rescue Exercise" statt. Organisiert wurde sie von unserer Mitgliedsorganisation, der Thailand Rescue Dog Association (Thai RDA), in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden. Ziel der Übung war es, zu überprüfen, wie lokale und regionale Rettungsteams eine komplexe Einsatzlage in der besonders kritischen Anfangsphase bewältigen können, bevor zusätzliche externe Unterstützung eintrifft.
Die Übung dauerte rund zwölf Stunden und lief ohne Unterbrechung von 6:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Dieser lange Zeitraum machte es möglich, unter realistischen Einsatzbedingungen zu arbeiten und Abläufe, Zusammenarbeit sowie Entscheidungsprozesse über einen gesamten Einsatztag hinweg zu erproben.
Zum Einsatz kamen sechs einsatzfähige Rettungshunde der Thai RDA. Unterstützt wurden sie durch eine lokal besondere Ressource: vier ausgebildete Elefanten mit ihren Mahout-Teams. Diese wurden von regionalen Natur- und Elefantenschutzpartnern bereitgestellt, die im Bezirk Mae Taeng tätig sind. Von Beginn an arbeiteten Hundeteams und Elefanten eng innerhalb derselben Einsatzstrukturen zusammen. Die Elefanten schufen Zugangswege durch dichte Vegetation und steiles Gelände, transportierten Ausrüstung und Material und brachten simulierte Verletzte zu medizinischen Sammelstellen – eine Rolle, die ihnen den ebenso informellen wie treffenden Namen „Elefanten-Krankenwagen“ einbrachte.
Im Mittelpunkt der Übung standen drei anspruchsvolle Einsatzszenarien: ein simulierter Hubschrauberabsturz in bewaldetem Berggebiet, ein Erdrutsch in einem abgelegenen Dorf mit einem zusätzlichen Zwischenfall auf einem Fluss sowie ein Fahrzeugabsturz in eine tiefe Schlucht. Die anspruchsvollen Einsatzgebiete forderten die Teams in jeder Hinsicht. Dennoch gelang es ihnen, alle vermissten Personen aufzufinden.
Zwar hatte es bereits zuvor einzelne Trainings mit Elefanten gegeben, doch erstmals fand diese Zusammenarbeit im Rahmen einer strukturierten, behördenübergreifenden Übung unter einheitlicher Leitung und über einen längeren Zeitraum statt. Dabei sammelten alle Beteiligten wichtige Erfahrungen – insbesondere zur Toleranz zwischen den Tieren, zu sicheren Arbeitsabständen im Einsatz sowie zur abgestimmten Zusammenarbeit zwischen Mahouts, Hundeführern, technischen Rettungsteams und medizinischem Personal.
Übungen wie diese zeigen die Stärke unseres internationalen Netzwerks. Sie machen deutlich, wie international anerkannte Standards an lokale Einsatzanforderungen angepasst werden können. Gleichzeitig kommen die Erfahrungen, die die thailändischen Teams im Rahmen dieser Übung gesammelt haben, Rettungshundeführern weltweit zugute.




Fotos: Thai-RDA
