Einsatz mitten in Wien

Nach dem Teileinsturz eines Wohngebäudes in der Wiener Innenstadt waren Rettungshundeteams unserer Mitgliedsorganisation Feuerwehr Wien Rettungshunde in zwei aufeinanderfolgenden Nächten im Einsatz. Instabile Trümmer, akute Einsturzgefahr und zeitweise widrige Wetterbedingungen machten die Suche nach möglichen Verschütteten zu einer besonderen Herausforderung.

Schwierige Suche im Trümmerfeld
Bei der ersten Alarmierung rückten fünf Rettungshundeführer mit vier Hunden zur Einsatzstelle aus. Doch die hohe Einsturzgefahr ließ nur einen sehr eingeschränkten Einsatz der Rettungshunde zu. Nur das kleinste Teammitglied, der zehnjährige Parson Russell Terrier Arvi, durfte in ausgewählten Bereichen des Trümmerfeldes nach möglichen Verschütteten suchen. Um seine Sicherheit zu gewährleisten, war sein Suchbereich streng begrenzt.

Die schwierigen Bedingungen vor Ort zeigten sich auch an der rund dreistündigen Bergung einer schwer verletzten Frau. Starker Regen und heftiger Wind erschwerten den Einsatz in der Nacht auf Montag zusätzlich.

Erneute Suche nach vermisster Person
Nachdem eine Handyortung Hinweise darauf geliefert hatte, dass sich möglicherweise noch eine Person unter den Trümmern befand, nahmen die Rettungshundeteams in der darauffolgenden Nacht die Suche erneut auf. Auch Arvi war wieder im Einsatz.

Während der Sucharbeiten zeigten zwei Rettungshunde unabhängig voneinander dieselbe Stelle an. Auch Spezialkräfte der Schallortungsgruppe nahmen dort schwache Signale wahr. Unter äußerst schwierigen Bedingungen gelang es den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr Wien schließlich, die vermisste Frau am Dienstag gegen Mitternacht im Bereich der angezeigten Stelle zu lokalisieren und aus den Trümmern zu bergen. Für sie kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Gut vorbereitet für schwierige Einsätze
Der Einsatz in Wien hat gezeigt, wie anspruchsvoll die Suche nach verschütteten Personen ist. Gerade in instabilen Trümmerlagen müssen die Einsatzmöglichkeiten und Risiken für die Rettungshunde laufend neu beurteilt werden. Eine fundierte Ausbildung, regelmäßiges Training und die eingespielte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund sind die Grundlage dafür, auch unter solchen schwierigen Bedingungen gezielt und sicher suchen zu können.

Autor: Daniela Rupp
Fotos: FW-RH