09.10.2020Zehn wissenswerte Fakten über Rettungshundearbeit

Aufgeschlossen, gehorsam & lernfreudig. 

Grundsätzlich kann fast jeder Hund unabhängig von Rasse zum Rettungshund ausgebildet werden. Er muss gesund, belastbar, lernwillig, nervenstark und an der Lösung von Aufgaben interessiert sein. Darüber hinaus sollte der Hund von mittlerer Größe sein und über ein nicht zu hohes Eigengewicht verfügen, da er streckenweise von seinem Hundeführer getragen werden muss. 

 

Rettungshundearbeit ist Teamarbeit. 

Zusammen mit seinem Hundeführer bildet der Rettungshund ein eng aufeinander abgestimmtes Einsatzteam. Gegenseitige Unterstützung und Vertrauen während der Ausbildung und im Einsatzfall sind unabdingbar in der Rettungshundearbeit. Der Hundeführer muss physisch und psychisch belastbar sein, Einfühlungsvermögen in den Hund besitzen, über Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit verfügen sowie die Körpersprache des Hundes richtig deuten können. Sachkenntnis zu den Themen Erste Hilfe Mensch und Hund sowie Einsatzlogistik sind ebenfalls erforderlich. 

 

Ausbildung zum Lebensretter. 

Von der Internationalen Rettungshunde Organisation ausgebildete Einsatzteams haben eine zwei- bis dreijährige intensive Ausbildung hinter sich – sowohl die Hunde als auch ihre Hundeführer. Junghunde beginnen spielerisch mit leichten Such- und Anzeigeübungen, während sich erfahrene Hunde komplexen Szenarien in Sachen Nasen- und Gehorsamsarbeit sowie Gewandtheit stellen müssen. Unter Gewandtheit ist die Fähigkeit des Hundes zu verstehen, sich auf schwierigem Untergrund, der auch instabil sein kann, ruhig fortzubewegen und Hindernisse eigenständig zu überwinden. 
 

600 Trainingsstunden pro Jahr. 

Rettungshundearbeit ist ein zeitaufwändiges, aber erfüllendes Ehrenamt. Durchschnittlich sind in manchen Monaten bis zu 50 Trainingsstunden zu leisten, um den hohen Ausbildungsstand aufrechtzuhalten. Begonnen wird die Ausbildung der Hunde oft schon ab einem Alter von acht Wochen. Die Kosten für die mindestens zweijährige Ausbildung eines einzigen Rettungshundes belaufen sich auf etwa 20.000 Euro.  

 

Freizeit von Rettungshunden. 

In der Freizeit dürfen die Hunde ganz Hund sein: lange Spaziergänge im Grünen, Löcher in den Sand buddeln, schwimmen oder faul in der Sonne liegen und gar nichts tun. Natürlich werden sie auch in kleinem Maße beschäftigt, das fordern sie auch ein. Aber grundsätzlich gilt: Freizeit muss Freizeit bleiben und die Hunde sollen zur Ruhe kommen können. Ein gesundes Verhältnis von Arbeit und Erholung ist vor allem für Rettungshunde sehr wichtig. 

 

220 Millionen Riechzellen. 

Hunde besitzen etwa die 40-fache Anzahl an Riechzellen im Vergleich zu uns Menschen und sind somit aufgrund ihres ausgeprägten Geruchssinns unersetzliche Helfer bei der Vermisstensuche oder Bergung von verschütteten Personen. Mit etwa 220 Millionen Riechzellen kann ein erfahrener Lawinen- oder Trümmersuchhund Personen bis zu zehn Meter tief orten und anzeigen. Ein ausgebildeter Flächensuchhund kann menschliche Witterung in bis zu 200 Meter Entfernung ausmachen. Er ist damit der modernen Technik und dem Menschen weit überlegen. 

 

Rasche Hilfe. 

Wenn Unfälle oder Katastrophen passieren und Menschen in Not geraten, sind professionell ausgebildete Rettungshundeteams oftmals die einzige Hoffnung. Meist handelt es sich bei den Einsätzen um Suchaktionen nach Abgängigen – häufig älteren, dementen oder suizidgefährdeten Personen oder Kindern. Während menschliche Sucheinheiten mehrere Stunden benötigen, um ein großflächiges Gebiet abzusuchen, braucht der Hund dank seiner feinen Spürnase manchmal nur wenige Minuten bis zum Fund. 
 

6 Disziplinen, 1 Ziel – Leben retten. 

Die Internationale Rettungshunde Organisation bildet Rettungshunde in den Disziplinen Fährten-, Flächen-, Lawinen,- Trümmer- und Wassersuche sowie Mantrailing aus. 

 

365 Tage im Jahr einsatzbereit. 

Die mehr als 120 Mitgliedsorganisationen der Internationalen Rettungshunde Organisation stehen rund um die Uhr 365 Tage im Jahr zur Verfügung. 

 

Wohlverdienter Ruhestand. 

Im Alter lässt, wie auch beim Menschen, die Leistungsfähigkeit nach und es zeigen sich altersbedingte Einschränkungen. Hier ist der Hundeführer gefragt, den Hund entsprechend seiner altersbedingten und körperlichen Verfassung einzusetzen oder ihn aus dem Einsatzgeschehen herauszunehmen und ihn nur noch im Training dosiert und altersgerecht arbeiten zu lassen. Wichtig ist, die Hunde nicht von einem Moment auf den anderen aus der Arbeit zu nehmen. Die Aufgabe als Rettungshund ist und war stets ihr Leben und sie müssen wie ein Hochleistungssportler abtrainieren beziehungsweise ihrem Alter entsprechend beschäftigt werden.

 

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