21.01.2022Norka, die Hündin mit Dickkopf und Herz

Die Bloodhound Hündin Norka ist rassetypisch sanftmütig, freundlich, ausdauernd aber eben auch eigensinnig. Von Marta Gutowska, Rettungshundeführerin und Trainerin der polnischen Rettungshundeorganisation STORAT, wird die gelegentliche Starrsinnigkeit ihres Vierbeiners respektiert. Die beiden verbindet eine besondere Beziehung.

 

„Norka kam als zehn Wochen alter Welpe zu mir. Sie war ein Geschenk meiner Tochter Anna“, erzählt Marta freudig. Seit 1974 bildet sie Rettungshunde in den unterschiedlichen Disziplinen aus, von der Lawinen- über die Trümmer- bis hin zur Flächensuche. Mit Norka wagte sie sich auf ein neues Terrain – dem Mantrailing. Die Hunde lernen bei dieser Form der Nasenarbeit, anhand eines spezifischen Geruchträgers (z. B. T-Shirt, Handschuh) der vermissten Person, die Spur aufzunehmen und diese zu finden.

 

Als Norka drei Monate alt war, startete Marta erste Trainingsversuche in spielerischer Form. Der erfahrenen Trainerin war bewusst, dass sie sich in der Ausbildung eines Bloodhounds nicht ausschließlich auf ihre bisherigen Erkenntnisse verlassen konnte. „Ich habe mit Hunden verschiedener Rassen gearbeitet und diese für den Einsatz vorbereitet. Das Lernverhalten eines Bloodhounds ist jedoch mit jenem eines Golden Retrievers oder Deutschen Schäferhunds nicht zu vergleichen. Ausschlaggebend ist es, eine gewisse Sensibilität für die Bedürfnisse und Leistungsbereitschaft seines Hundes zu entwickeln“, beschreibt Marta.

 

Bloodhounds verfügen über eine besondere Problemlösungsintelligenz und einen ausgeprägten Such- und Finderwillen. Gleichzeitig hegen sie eine gewisse Abneigung gegenüber Unterordnung und langweilen sich schnell. Bei Norka ist das nicht viel anders. „Ich habe ein ganzes Jahr gebraucht, um ihr das Apportieren beizubringen. Ich sehe aber auch, dass sich Norka wirklich sehr bemüht“, sagt Marta. 2021 ist es den beiden gelungen, als erstes und bislang einziges Rettungshundeteam die Internationale IRO Mantrailing-Prüfung der zweithöchsten Stufe A (MT-A) mit einer guten Leistung von 240 Punkten (davon 88 von 100 Punkten für die Unterordnung) zu absolvieren. „Wir sind alle sehr stolz auf unsere Norka“, freut sich Marta über die großartige Leistung. Das nächste Ziel der beiden ist das erfolgreiche Absolvieren einer Prüfung der Stufe B, welche als Voraussetzung für den Einsatztest gilt.

 

Eine verantwortungsvolle und qualifizierte Mantrailing-Ausbildung erfordert Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen. Norka und Marta versuchen mindestens zweimal pro Woche zu trainieren. Sie stellen sich dabei stets neuen Herausforderungen und arbeiten an Geruchsspuren unterschiedlicher Länge oder verschiedenen Alters. Die Trails verlaufen dabei durch Wälder, Parks, Wohnsiedlungen oder sogar dichte Stadtgebiete. Hat Norka einmal die Spur aufgenommen, nimmt sie zielstrebig die Verfolgung auf und lässt sich durch nichts ablenken.

 

Von der geistig fordernden Arbeit erholt sich Norka am liebsten beim Spielen mit anderen Hunden. Sie genießt es durch Wälder zu streifen oder über weite Felder zu flitzen. Trotz ihres unabhängigen Charakters ist sie für Marta jederzeit abrufbar. „Ich habe den Rückruf sehr früh mit ihr trainiert und somit kann ich sie problemlos von der Leine lassen“, erläutert Marta. Wenn keine Artgenossen zum Spielen in der Nähe sind, dann schwimmt Norka auch gerne und apportiert Spielzeug aus dem Wasser. Und sie hat eine große Vorliebe für Kuscheltiere.

 

Wir freuen uns, die beiden in ihrer weiteren Ausbildung begleiten zu dürfen.

 

Marta Gutowska ist Mitbegründerin der polnischen Rettungshundeorganisation STORAT, einer langjährigen Mitgliedsorganisation der IRO. In ihrer Tätigkeit als ehrenamtliche Rettungshundeführerin hat sie an rund 300 nationalen Rettungsaktionen teilgenommen. Ihr fundiertes Wissen gibt sie als Ausbilderin weiter.

 

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Fotos: STORAT / Marta Gutowska

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