31.12.2020Helden im Einsatz: Erdbeben in Kroatien

Ein Beben der Stärke 6,4 richtete am 29. Dezember 2020 schwere Schäden in Kroatien unweit der Stadt Petrinja an. Die IRO Mitgliedsorganisation Croatian Mountain Rescue Service (CMRS) unterstützte den Sucheinsatz erfolgreich mit insgesamt 14 Hunden: sechs Personen konnten von den Vierbeinern unter den Trümmern lokalisiert und gerettet werden. Weitere zehn Hunde der beiden IRO Mitgliedsorganisationen Croatian Rescue Dog Association (CRDA) und Club for Sports and Working Dogs Zagreb (KOSSP) waren als Backup vor Ort.

 

Als die Rettungshundeteams nur 80 Minuten nach dem verheerenden Beben vor Ort eintrafen, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Selbst für erfahrene Einsatzkräfte war es ein schockierendes Szenario, das tief unter die Haut ging. Neven Putar, der den Sucheinsatz vor Ort koordinierte, beschreibt das Ausmaß der Verwüstung wie folgt: „Unvorstellbar, dass hier bis zum Zeitpunkt des Erdbebens Häuser standen.“

 

Die Suche nach den Vermissten gestaltete sich äußerst schwierig, da der Boden unaufhörlich bebte und Gebäude weiter einzustürzen drohten. Um die Suche der Rettungshunde möglichst sicher zu gestalten, ist Teamarbeit unerlässlich. Es bedarf einer raschen Analyse der Situation und zielgerichteten Koordination der Suchtrupps. Die Rettungshundemannschaften tragen eine große Verantwortung nach derartigen Katastrophen, denn die Schnelligkeit und Gewandtheit mit der die Vierbeiner die Trümmerkegel absuchen, ist einzigartig. Und kein technisches Gerät vermag die Leistung einer Hundenase zu übertreffen. Bereits 90 Minuten nach dem Beben konnte ein erstes verschüttetes Opfer gefunden werden.

 

Dubravko Butala, ehrenamtliches CMRS-Mitglied, zeigt sich selbst begeistert von den Fähigkeiten der Rettungshunde: „Auch in unübersichtlichen Situationen wie nach Erdbeben sind sie in der Lage, menschlichen Geruch aufzunehmen und verschüttete Personen zielgenau zu lokaliseren“, erläutert er. Feinen Hundenasen reichen bereits ein paar Moleküle, um Düfte wahrzunehmen.

 

Die Rettung von Menschenleben ist Ansporn für die Teams bei jedem Einsatz ihr Bestes zu geben und fokussiert zu bleiben. Sie sind dabei hohen emotionalen Belastungen ausgesetzt. Die Verarbeitung des Schocks und der Traurigkeit erfolgt allerdings erst im Nachgang, alleine oder in Gesprächen mit Kollegen.

 

Neben der Suche nach Vermissten kümmerten sich die CMRS-Mitglieder auch um die Menschen, die traumatisiert vor den Trümmern ihrer Existenz standen, und spendeten Trost. Viele Leute, vor allem ältere, wollten die Ruinen ihrer Häuser gar nicht verlassen. Mit Temperaturen unter null Grad war es in der Nacht bitterkalt. Zudem war die Stromversorgung ausgefallen und draußen alles stockdunkel.

 

Wir sind stolz auf unsere Rettungshundeteams und dankbar für ihr großartiges Engagement und die Menschlichkeit, mit der sie den Betroffenen in dieser schwierigen Situation begegnet sind.

 

NevenPutar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einsatzleiter: Neven Putar

 

Fotos: Jure Miskovic / Cropix / CMRS

 

Erstes Bild: Kruno Stipetić mit Hund Draco

Zweites Bild: Stjepan Gal mit Hund Adi

Drittes Bild: Dubravko Butala mit Hund Tor

Drnke I DracoGal I Adi 1Bana I Tor
Drnke I Draco
Gal I Adi 1
Bana I Tor
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