11.05.2020Ausbildung eines Rettungshundes: Vom Welpen zum Helden

Der Riesenschnauzer Flint con todos los Santos, Malinois Rüde Dakar de l‘ Arcane des Loups und Malinois Hündin Dora vom Lothar Sturm gehören zu den Einsatzhunden der IRO Mitgliedsorganisation SKV-KHD Feuerwehr Wien Rettungshunde. Ausgebildet wurden sie von den beiden erfahrenen Rettungshundeführern Magdalena Koczera und Peter Schüler.

 

Magdalena ist seit 1988 und Peter seit 1992 als Rettungshundeführer im Einsatz. Für die Auswahl geeigneter Rettungshunde haben die beiden demnach nicht nur die entsprechende Erfahrung, sondern auch die nötige Intuition. „Flint wurde uns im Alter von 14 Monaten von einem Hundesportler angeboten und uns war sofort klar, dieser Hund gehört zu uns. Sein Arbeitseifer und Mut hatten uns innerhalb von Sekunden überzeugt“, beschreibt Magdalena den Moment. Dakar und Dora wurden hingegen von den beiden Hundeführern gezielt ausgesucht. Das Vertrauen zum Züchter spielt hierbei eine ganz entscheidende Rolle, um Welpen zu finden, die eine entsprechende Veranlagung für die Rettungshundearbeit mitbringen.

 

Nach einigen Tagen der Gewöhnung an ihr neues Zuhause, beginnen Magdalena und Peter die Welpen mit verschiedenen Eindrücken vertraut zu machen, mit denen sie in nächster Zukunft konfrontiert sein werden. „Insbesondere der Kontakt mit Menschen soll für den Rettungshund ein angenehmes Erlebnis sein. Darum wird der Welpe in der Prägephase möglichst viel mit für ihn positiven Kontakten konfrontiert“, erklärt Peter. Einer der ersten Schritte in der Ausbildung ist zudem, dem Hund beizubringen, dass er sofort kommt, wenn er gerufen wird.

 

Beim Training lernen die Welpen zu Beginn, ihr Futter in Verbindung mit einer Person zu suchen. In späterer Folge wird dann je nach Hund, Futter gegen Beute (Ball, Beißwurst, etc.) getauscht. Beim Training wird der Hund immer in Spannung gehalten, da er nie weiß bei welcher gefundenen Person er seine Belohnung oder Beute bekommt. „Die Aufgabenstellungen werden immer abwechslungsreich gestaltet, sodass der eingesetzte Hund nicht weiß was ihn erwartet“, erklärt Peter den Prozess. Flint, Dakar und Dora haben sich schnell als wahre Meister im Lösen der Suchaufgaben herausgestellt und die mehrjährige Ausbildung mit Bravour gemeistert.

 

In der Einsatzorganisation SKV-KHD Feuerwehr Wien Rettungshunde ist es üblich, dass die Hunde nicht nur mit einem Hundeführer arbeiten, sondern ihre erlernte Rettungshundearbeit jederzeit, auch mit anderen Hundeführern abrufen können. „Dieses System ist für uns besonders wichtig, falls sich der Stammhundeführer im Einsatz verletzt oder aus anderen Gründen vorübergehend nicht an Einsätzen teilnehmen kann“, erläutert Magdalena die Hintergründe.

Flint ist ein wahrer Trümmer-Spezialist und hat in seiner Karriere als Rettungshund, die im März 2008 startete, einige Einsätze absolviert. Ein Einsatz ist den beiden Hundeführern allerdings bis heute ganz besonders in Erinnerung geblieben: der Erdbebeneinsatz in Sumatra 2009. Die IRO entsendete Rettungshundeteams aus Österreich, Ungarn, Deutschland und Slowenien in die schwer getroffene Region. Darunter auch Magdalena und Peter mit Riesenschnauzer Flint. Während des siebentägigen Einsatzes gab es eine Situation, die den beiden das Blut in den Adern gefrieren ließ: „Flint stürzte zwei Stockwerke tief ab und war für uns kurze Zeit verschollen“, beschreibt Magdalena die bangen Sekunden. Der Rüde war jedoch zum Glück nicht verletzt, sondern setzte von dem Absturz unbeirrt, einfach seine Suche fort. Rettungshunde sind in ihrer Arbeit so konzentriert und fokussiert, dass selbst derartige Ereignisse ihrem Arbeitswillen keinen Abbruch tun. Rettungshunde sind eben wahre Helden.

 

Die beiden Malinois-Rettungshunde Dakar und Dora sind neben dem Trümmereinsatz auch noch für die Flächen- und Fährtensuche ausgebildet. Auch sie haben bereits mehrfach an nationalen Rettungseinsätzen erfolgreich teilgenommen.
 

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